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Keine Angst vor…großen Träumen

Puh…gute Frage.“ sagt mein Mann, als ich ihn unvermittelt frage, wo er gerne in 5 Jahren sein möchte. Der türkise See vor uns bewegt sein Wasser gemächlich mit dem Wind. Ich warte. Und ganz typisch sagt er, ja hier, mit dir, den Kindern, unserem Zuhause. Er möchte dabei sein, wach alles miterleben und mitgestalten. Und ich feiere das sehr. Dieser Mann ist meine persönliche GROUND CONTROL. Die Mischung zwischen uns ist kongenial.

Denn fragt man mich dieselbe Frage, dann hat man in kürzester Zeit ne richtige Frikadelle ans Ohr gequatscht bekommen. 

In 5 Jahren habe ich die Welt erobert und das Bildungssystem komplett revolutioniert.

Also zumindest in meinen Träumen. Und im Austausch mit anderen Menschen stelle ich immer wieder fest: viele trauen sich nicht groß zu träumen. Weil es so unrealistisch ist oder anstrengend klingt, oder vermessen und vielleicht auch manchmal ein bisschen wahnsinnig.

Ich kann frank und frei behaupten. Diese Ängste sind mir fremd. Die kenn ich nicht.

Denn was ist das Schlimmste, was mir mit meinen großen Träumen passieren kann? Richtig, es wird vielleicht nichts. Oder nur halb. Vielleicht mache ich mich sogar ein bisschen lächerlich. Aber vor wem denn eigentlich genau? Vor mir selbst nicht, das weiß ich. Also – ist der Rest dann eigentlich noch wichtig? Ich halte mich an die Worte von Norman Vincent Peale:

"Shoot for the moon. Even you miss, you'll land among the stars."

OK, dann tacheless. WO bin ICH in 5 Jahren. Für mich ist die Antwort meines Mannes schon mal Grundvoraussetzung. Das heißt nicht, dass ich undankbar darüber bin und es als selbstverständlich ansehe, aber das ist klar, dass mein Mann, meine Kinder, unsere Familie im Mittelpunkt meines Lebens stehen. Und wenn sich da irgendwelche Hürden auftun, die bewältigt werden müssen, dann hat das DANN, WENN es so weit kommen sollte, oberste Priorität.

Also weiter: in 5 Jahren habe ich meine Dissertation hoffentlich schon 2 Jahre lang abgeschlossen. Und nein, ich möchte damit nicht in einer Behörde arbeiten oder an der Uni bleiben oder oder oder. Ich möchte in der Schule sein. Ich schreibe diese Arbeit, weil es sonst niemand macht und weil das Thema zu wichtig ist, um es links liegen zu lassen. Natürlich entspricht das Schreiben der Diss auch meine Neigungen und meiner Leidenschaft, aber für eine „Karriere“ oder ähnliche Motive, tue ich es keinesfalls.

Ich möchte in 5 Jahren eine Schule leiten. Und ich möchte diese Schule nach dem Vorbild der Alemannenschule in Wutöschingen gestalten. Im Mittelpunkt meiner Arbeit wird das Zusammenwirken von Lehrkräften und Lernenden stehen. Ich möchte einen Ort schaffen, an dem Kinder selbstbestimmt und intrinsisch motiviert lernen und leben und Lehrkräfte mit Elan und Freude ihnen an den Stellen helfen, die sie alleine (noch) nicht schaffen.

Wie das funktioniert, durfte ich eine Woche lang an der Alemannenschule beobachten. Und ich habe dort Kinder gesehen, die über sich hinaus gewachsen sind. Jeden Tag. Ohne, dass sie es gemusst hätten. 

Also nochmal fürs Protokoll: ich werde in 5 Jahren Schulleiterin einer Schule sein und gegen alle Widerstände einen Ort schaffen, der Kinder dazu verhilft sich selbst zu entdecken. Und Lehrkräften übrigens auch.

Außerdem würde ich gerne (wie jetzt auch schon) im Bereich der Lehrerfortbildung wirken und mein Wissen und meine Know-Hows an dieser Stelle weitergeben.

Und falls ich noch Zeit habe, wäre ich gerne Beraterin für andere Schulen, die nach dem Vorbild „meiner“ Schule, ihre Schule umgestalten möchten. Dazu würde ich eine Art SQUAT – Team aus bombastischen KollegInnen einrichten. Wir gehen dann an die anderen Schulen und helfen ganz pragmatisch, unkompliziert vor Ort, die neuen Strukturen zu etablieren.

Fertig, das war’s auch schon.

Und das Gute ist: Selbst wenn ich nicht auf dem  Mond lande, der ein oder andere Stern ist mir sicher. 

Dieser Artikel ist Teil der #crazyblogwoche mit Susi und Veronika, bei der wir alle drei in sechs Tagen sechs Artikel schrieben zu einem gelosten Stichwort. Das Stichwort von heute lautet „Keine Angst vor…“. Sobald sie veröffentlicht sind, verlinke ich natürlich auch die anderen Artikel hier.

Ich bin im Übrigen wahnsinnig stolz auf uns, wie wir das trotz voller Berufs- und Familentage hinbekommen. Liebe Susi, liebe Veronika – danke für eure Energie, die mich beflügelt!

Susi hat diesen Artikel gebloggt: https://susi-haekelt.at/blog-de/englischsprachige-haekelanleitungen-tipps

Und Veronika hat diesen Artikel gebloggt: https://leadlikeamom.com/hab-keine-angst-davor-dich-selbst-zu-zeigen-sichtbarkeit-im-kleinen-und-im-grossen/

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