Monatsrückblicke

Mein Jahresrückblick 2020: die Alchimie der Veränderung

Mein Motto 2020, fotografiert in Hamburg

Hier kommt er, mein Jahresrückblick 2020

Anfang diesen Jahres hatte ich noch das Motto: Frei sein! Endlich waren alle Kinder gut im Kindergarten angekommen und untergebracht. Die lange Zeit zu Hause (seit 2013!) sollte nun 2020 endlich vorbei sein. Ich wollte mich nun halbtags voll und ganz auf meine Doktorarbeit konzentrieren. Das war der Plan. Und es lief super, bis, ja bis mir 2020 dazwischen grätschte mit seinem dicken Kumpel, dem großen C.  In meiner Überschrift spreche ich von der Alchimie der Veränderung. Damit lehne ich mich an die ursprüngliche Bedeutung dieses Wortes an und meine hier die  Kunst aus ‚unedlen‘ Lagen und Situation das Beste oder sogar echte ‚Gold-Situationen‘ zu erschaffen.

Was ist eine ‚Gold-Situation‘? Woran erkenne ich eine solche? Ich finde Kunst zum Beispiel, Kunst ist Gold.

Meine Liebe zur Kunst und wie 2020 in diesem Bereich den Booster eingeschaltet hat

Ich vor der Orangerie im Park Sanssouci

Vincent van Gogh, Stillleben. Diese Ausstellung im Potsdamer Museum Barberini  wollte ich unbedingt sehen. Gesagt, getan. Im Januar war ich in Potsdam. Letztes Jahr bin ich übrigens nach Wien geflogen, um mir die Klimt-Ausstellung im Leopold- Museum anzuschauen. Ich liebe Kunst. Für mich ist das Betrachten eines Kunstwerkes das Verlassen unseres gewöhnlichen Zeitgefühls. Jeden Pinselstrich kann man sehen. Wie viel Gedanken, Gefühl steckt wohl darin und dahinter? War der Künstler mit seinem Werk zufrieden? Was waren seine Gedanken? Wie viele Menschen haben wohl  schon auf dieses Bild geschaut und was haben sie dabei gedacht?

Es ist als würden all diese Menschen, der Künstler selbst und ich durch das Bild  auf einen winzigen Punkt im Hier und Jetzt zusammengeschnürt werden. Das Betrachten eines Kunstwerks ist das Konzentrat der Ewigkeit in einen einzigen Augenblick.  Kunst ist die Alchimie der Jahrhunderte. Ja, so lass ich es stehen, so ist es für mich.  

Kunst ist mehr als Kunst: meine Begegnungen mit Kunst und KünstlerInnen im Jahr 2020

Wann ist ein Mensch ein Künstler oder eine Künstlerin? Erschaffende Menschen, sind für mich KünstlerInnen. Egal ob sie schreiben, malen, texten, bildhauen oder oder oder. Und 2020 hat mir gleich vier richtig tolle Künstlerinnen direkt vor die Füße gespült.

  • Da wäre Judith „Sympatexter“ Peters auf die ich mehr oder minder zufällig mit ihrem Sommerkurs „Händständ your Business“ gekommen bin.
    Ich beim Sommer – Handständ
    Dieser Kurs hat so viel in mir verändert. Wie Judith immer sagt, der Handstand ist ein Symbol. Ein Symbol für all die Dinge, die wir nicht machen, weil wir denken, wir könnten sie nicht. Sogenannte Mindfucks (auch wenn ich das Wort nicht besonders mag, trifft es genau den Kern). Wenn wir diese Dinge dann doch tun, einfach aus einer Laune heraus, oder weil wir inspiriert und ermutigt wurden, dann können wir eigentlich immer feststellen, was alles in uns schlummert. Der Händständ ist ein alchimistischer Superpower. Ich stand nach 4 Wochen 3 Sekunden frei im Handstand. Das hätte ich nie gedacht. In meinem Leben konnte ich nie zuvor im Handstand stehen, auch nicht als Kind. Deshalb: Judith ist für mich Künstlerin im sogenannten Storydoing. Ihr Mut und ihr Einfach-machen ist sowas von inspirierend und ansteckend. Danke Judith!
Selbstportät von Ilona – danke dass ich dich hier zeigen darf
  • Dann ist da Ilona Wang Richter, kreative Autorin und Künstlerin aus Kiel. Bei ihr hatte ich im November drei intensive Schreibcoachings und ihre ganze Leidenschaft und künstlerische Ader wurde mir direkt per Skype über Stunden ins Haus gespült. Es war eine elektrisierende Erfahrung mit einer Künstlerin wie Ilona Zeit zu verbringen! Danke Ilona!
Quint Buchholz – Fenster bei Nacht
  • Außerdem möchte ich Susanne Höhne mit ihrer Beuteltier-Art-Galerie nennen. Susanne habe ich über die Sympatexter Academy kennengelernt. Von Anfang an war ich begeistert von ihrem ganz eigenen Weg zur Galeristin. Und nun Ende des Jahres wird Wirklichkeit was schon lange Wunsch war: Ich beginne Kunst zu sammeln und mein erstes Stück ist von Quint Buchholz. Weihnachten zieht hier sein limitierter und handsignierter Kunstdruck von „Zimmer bei Nacht“ ein. Endlich ein sinnvoller Einsatz des elterlichen Weihnachtsgeldes. Wie gut, dass ich meinen Mann von dieser Idee überzeugen konnte. Danke Susanne!
    Rafaela und ich Backstage im Theater
  • Und last but not least reiht sich auch noch Rafaela Schwarzer in die Reihe der Künstlerinnen ein. Sie ist Schauspielerin aus Kiel, Sängerin, mit einem Pianisten verheiratet und außerdem – hurra! – sind wir dabei unsere lose Bekanntschaft in Freundschaft zu verwandeln! Begonnen hat alles mit der Idee eines grandiosen Tauschgeschäfts: Rafaela gibt mir Yoga- und Schauspielunterricht und ich gebe ihr Unterricht in Meditation. Für mich der Deal des Jahres und unserer Stunden sind irgendwie auch Alchimie. Danke Rafaela!

 

Die Unmöglichkeit 2020 an Corona vorbeizukommen: wie Corona mein Leben beeinflusst hat

Alle sind genervt von Corona. Für viele hat es harte Schicksalsschläge bedeutet und da bin ich jetzt noch gar nicht bei den Menschen in ärmeren Ländern, für die Corona schlichtweg Hunger, Hilflosigkeit und Tod bedeutete oder immer noch bedeutet. Ich möchte Corona hier keinen allzu großen Platz einräumen.  Ich bin einfach dankbar in dieser Zeit in Deutschland zu leben. Ich bin dankbar, dass alle Menschen in meinem Bekanntenkreis weiterhin so gesund sind, wie sie vorher waren. Ich bin dankbar, dass ich keine Existenzängste leiden musste und muss. Aber ich bin auch voller Mitgefühl für alle Menschen für die das anders ist. 

 

Ein Jahr in dem alles so nah beieinander lag: meine Gewinne aus der Corona-Zeit

Für mich hatte Corona viele Vorteile und hat an einigen Stellen vieles beschleunigt. Aber es brachte auch spezifiische Herausforderungen mit sich, wie wir sie alle kennengelernt haben. Die Alchimistin in mir war gefragt. Ich werde mal konkreter:

Fall 1: Endlich war es gelungen: Ich durfte mit Silvia zusammen  im März ein Präsenzseminar für das Landesinstitut Schleswig-Holstein (IQSH) anbieten. Wäre Corona nicht gewesen, wären wir eines von sehr vielen Seminaren gewesen. Aber so kam es anders: wir boten an unsere Inhalte in ein Onlinemodul zu verwandeln und waren damit sehr schnell in einer Pole Position. Unser Konzept „Leuchtfeuer sein“ (mehr dazu hier) war innerhalb weniger Stunden ausgebucht. Die Warteliste 50 Lehrkräfte lang. Wir durften deshalb sofort eine zweite Runde anbieten, auch die wieder komplett ausgebucht. Es war eine gigantische Erfahrung und hat mich in meinem Weg bestärkt mein Wissen und Können als Trainerin weitergeben zu wollen. Schule ist ein Teamsport, Lehrkräfte sind oftmals alleine oder fühlen sich allein gelassen. Ich weiß jetzt, dass ich helfen kann und dass das „mein Thema“ ist. 

Wir haben seit dem einen Fuß fest in der Tür des IQSH und ich freue mich auf alles, was noch kommt.

Fall 2: Aus dieser Initiative ist ein weiterer Auftrag für das Landesinstitut Berlin-Brandenburg erwachsen. Auch dort war unsere Online-Expertise ein klarer Wettbewerbsvorteil. Für den Tag der Gesundheit durften wir den Kick-Off geben.

Corona hat mir also einen intensiveren Einblick in die Tätigkeiten einer Trainerin für Lehrkräfte gegeben. So dicht wäre das ohne Corona nie gewesen. Ich habe stundenlang Videos erstellt, geschnitten, PDF und Powerpoints kreiert und meine Skills in diesem Bereich auf ein anderes Level gehoben. Apropos Skills:

Training Empathy – meine beste Entscheidung 2020

Ich vor dem Tagungshaus in Ammersbek
Fall 3: Auch hier war Corona beteiligt. Eigentlich hatte die Ausbildung „Training Empathy“ beim Deutsch-Dänischen Institut für Familienberatung und Therapie  (DDIF) schon angefangen und ich hatte mich eigentlich dagegen entschieden. Nicht weil ich nicht wollte, sondern weil schlicht die Kasse leer war. Dann kam Corona, plötzlich der große Auftrag vom IQSH und damit Geld. Sofort, als ich das wusste, war mir klar: Ich rufe in Berlin beim DDIF an und frage ob ich noch einsteigen kann. Gesagt getan und siehe da: Corona hatte zu einer Verzögerung im Start der Ausbildung gesorgt und ich durfte reinspringen.
DAS WAR EINE DER BESTEN ENTSCHEIDUNGEN DES JAHRES 2020.
Meine Meditationspraxis hat sich 2020 stark intensiviert
Die Ausbildung findet an 9 verlängerten Wochenenden (also Donnerstag bis Sonntag) im schönen Ammersbek statt. Am Anfang war ich ehrlich gesagt etwas geschockt: es gibt ungewohnt wenig Input und ganz viel Arbeit mit dem eigenen Ich. Da regte sich doch glatt ein Widerstand in mir: Soviel Geld und dann soll ich hier sitzen und atmen? (Extrem überspitzt formuliert). Ich habe das nicht lange mit mir rumgetragen, sondern am 3. Tag des ersten Wochenendes beim Frühstück angesprochen und gesagt, dass ich mir gerade unsicher bin, ob es das richtige für mich ist. Die Reaktionen auf meine Unsicherheit waren ganz toll und sehr, ja, was soll ich sagen, empathisch. Niemand hat mir irgendwas krumm genommen, keiner hat mir einen Ratschlag gegeben. Aber alle haben mir mit speerangelweiten Herzen zugehört. Und gerade dieses Reaktionen waren es, die entscheidend dazu beigetragen haben weiter zu machen. Aber nicht nur das, in der Nachmittagssequenz dieses Tages gab es eine Meditation mit Peter (Peter Hoeg), die alles verändert hat. Es war so eine intensive Begegnung mit mir selbst und auch mit den anderen im Raum. Danach klar war: hier bin ich richtig. Hier ist ganz viel Wachstum für mich drin.
 
 

So hat sich in 2020 meine Website entwickelt: Von 0 auf 2134 BesucherInnen in 3 Monaten

Alchimie, reine Alchimie. Und relativ schnell erzählt, wir sind damit bei Fall 4: Es war an der Zeit mich selbst sichtbar zu machen und es war nötig dafür einen Raum zu schaffen, in dem ich gesehen und kontaktiert werden konnte. Die Entscheidung eine eigene Website und einen „Dissertations – Blog“ aufzubauen, fiel innerhalb von Minuten. Diese Seite hier existiert erst seit dem 20. September 2020. Heute ist der 20. Dezember 2020. Meine Website in Zahlen:

  • Websiten Besucher: 0 auf 2143
  • Gepostete Blogartikel: 0 auf 16
  • Instagram – Gefolgschaft: 0 auf 178
Ich mit meinem ersten Blog-Erfolg

Ich bin mächtig stolz auf das, was ich hier geschaffen habe. Und wäre Corona nicht gewesen, dann hätte ich wahrscheinlich nicht den Sommer – Händständ – Kurs von Judith  absolviert und dann hätte mich vermutlich auch nicht das Blog-Fieber gepackt, mich hat es nämlich voll erwischt gehabt: Innerhalb von einer Woche hatte ich meine Website. Und zwar von der Registration bis zum ersten Blogartikel, meiner Über mich-Seite und meinem Claim.

Ehrlich gesagt habe ich in dieser einen Woche nicht viele andere Dinge gemacht, aber das Gefühl am 7. Tag war göttlich: Ich hatte meine eigene Seite geschaffen. Ab jetzt war ich sichtbar und auffindbar für alle Menschen da draußen, die auch so sehr für Schule und ihre Veränderung brennen wie ich. Apropos brennen, gleich kommen wir zu meinen emotionalsten Momenten des Jahres 2020. Aber vorher noch kurz der Vollständigkeit halber:

Weitere Zahlen meins Jahres 2020

Ich hab mal geschaut, welche Kennzahlen für mich noch eine Rolle gespielt haben, hier sind sie:

  • Lehrkräfte die unsere Fortbildungen besucht haben: 183
  • Geschrieben Seiten Dissertation: 36 (Das Homeschooling und Homekindergarding hat mich E T W A S ausgebremst..)
  • Absolvierte Fortbildungsstunden für meine persönliche Weiterbildung: 162
  • Neugeborene Babys in der Familie: 3
  • Gelaufene Kilometer: 363,7 km, davon im ersten Lockdown 179,7km (Danke Corona!)
  • Gefahrene Kilometer zum 95. Geburtstag meiner Oma: 1154 km
  • Tiere, die unsere Familie bereichern: 2 Kaninchen und 1 Pferd (alles second hand!) 
  • eine fantastische neue Mastermind-Gruppe rund ums Bloggen

Und an dieser Stelle möchte ich euch meine Mastermind-Mitglieder ganz kurz vorstellen. Unsere Blogs beschäftigen sich mit ganz unterschiedlichen Themen, aber wir haben eine großen gemeinsamen Nenner: Das Bloggen ist nicht unser „Brotjob“ und im Hintergrund zu unseren Sidebusinesses tummeln sich insgesamt 8 Kinder. Lange Rede kurzer Sinn, es handelt sich zum einen um Susanne Gessl, die im schönen Österreich lebt und einen Häkelblog betreibt. Lasst euch von ihr inspirieren auf: susi-haekelt (susi-haekelt.at) Und dann gibt es da noch Veronika Haug aus dem schönen Schwabenländle. Ihr Thema sind Frauen in Führungspositionen nicht trotz, sondern gerade wegen ihrer Kinder und Mutterschaft. Ihr Blog heißt Lead Like A Mom. Ich liebe diesen Titel. Hier ist der Link: #leadlikeamom – Von 0 auf Karriere in 3 Kindern…

Und nun geht es wie versprochen von den Zahlen zu den Emotionen:

Meine emotionalsten Momente 2020

Schon mal ein Kind aus dem Kindergarten verabschiedet? Nach 4 Jahren? Ja? Na, dann. Das war für mich wirklich ein besonderer Moment, und das aus ganz vielen verschiedenen, vielschichtigen Gründen. Zunächst einmal mal dieses Bild hier:

Der Abschied aus dem Kiga war sehr emotional

Da ist er.

Mein emotionalster Moment 2020.
Ich bekomme Herzklopfen, wenn ich dieses Bild sehe.
Die Herzenserzieherin gibt dem Kind ein letztes Mal die Hand und überreicht die von ihr gestaltete Schultüte. Es gibt Momente in denen ist mein Herz so voll, dass es sich fast wie eingefroren anfühlt. Als würde es für einen Moment vergessen zu atmen.

Auch wir als Familie verabschieden uns in diesem Moment. Wir verlassen den Kindergarten. Die beiden Kleinen werden nach den Sommerferien einen anderen Kindergarten besuchen. Aus organisatorischen Gründen.

Mein Herz fühlte dort oben, in diesem Moment alles: Dankbarkeit, Traurigkeit, Stolz, Liebe, Verbundenheit, Wehmut und ganz viel Loslass-Gefühl.

Puh. Danach folgte eine schwierige erste Zeit in der Schule. Tränchen und Vermissen. Ich denke ich wusste das schon in diesem Moment. Dass das Kapitel Kindergarten nun zu ist. Und ich wusste wie sehr meine Tochter diesen Kiga und ihre Erzieherin liebte.
Und irgendwie wusste ich auch, dass meine Tochter es in diesem Moment noch nicht überblicken kann.
Und vielleicht war das auch das Schwere und Emotionale daran.

Loslassen und trotzdem da bleiben, das war die Übung in diesem Moment. Denn der Kiga geht, was die Schule bringt wissen wir nicht. Aber ich bleibe, wir als Eltern bleiben und das ist so wichtig für unsere Kinder. Präsenz und Verlässlichkeit auch in Phasen der Veränderung. Alchimie heißt auch Abschied nehmen und Abschied nehmen tut manchmal weh.

Weitere emotionale Momente in meinem Jahr 2020

  • Jeder Geburtstag meiner Herzensmenschen ist ein Highlight. Ich finde Geburtstage toll. Sehr sehr sehr besonders war dieses Jahr der Geburtstag meiner Oma. Sie ist die letzte, die aus meiner „Großeltern-Garde“ noch lebt. 95 Jahre ist sie alt geworden. In Worten: f ü n f u n d n e u n z i g. Elisabeth Steiner hat in ihrem Leben schon vieles erlebt: Krieg, Flucht aus Ungarn, Neuanfang, 4 Kinder, 7 Enkelkinder, 13 Urenkel. Was sich trotz aller Unwegbarkeiten immer duch ihr Leben zog ist Dankbarkeit, Zufriedenheit und das starke Vertrauen ins Leben selbst. Sie ist ein großes Vorbild für mich. Unten seht ihr mich neben meiner Oma, einmal mit 94 und einmal mit 95 Jahren.
    Meine Oma und ich 2019
    Meine Oma und ich 2020
  • Seit 2 Jahren haben wir Campen für uns entdeckt. Und diese Reisen sind definitiv emotionale Highlights in meinem Leben. Wir reisen sehr spartanisch, nur ein Bus mit Ausbau und Dachzelt. Damit haben wir insgesamt schon 8000 Camping-Kilometer hinter uns gebracht. Ein ganz tolles Abenteuer. Auch dieses Jahr waren wir unterwegs. Camping-Urlaub ist weniger erholsam, als ein Hotel-Urlaub (finde ich). Dafür hat man als Familie viel Zeit und macht viele Dinge analog (spülen, waschen, aufbauen und so weiter) und jeder Tag ist völlig neu und anders. Ich liebe diese Art der Entschleunigung und ich liebe es mich mit meiner Familie zusammen in ein Abenteuer zu stürzen. Die beiden ersten Bilder zeigen unseren Bus an der Costa Dorada und darunter sieht man den Campingplatz Chevre Verte (ein  Ziegenhof mit Stellplatzflächen: La Chevre Verte) am Fuße der Rhone – Alpes. Absolute Empfehlung für alle, die es naturverbunden lieben.
Unser Bus in Spanien an der Costa Dorada
Unser Bus an der Costa Dorada
 
Impressionen vom Ziegenhof
Unser Bus vor dem Panorama der Rhone-Alpes

 

Die Outtakes des Jahres 2020: was ich dieses Jahr loslassen durfte

Rainer Maria Rilke hat sehr schlaue Sachen gesagt

Ein verrücktes Jahr, dieses Corona – Jahr…und auch wenn wir im Sommer und Herbst reisen konnten und das auch getan haben, am Ende hat  das große C doch irgendwie jeden von uns eingeholt. 

Ich greife die Erzählweise von weiter oben noch mal auf – Fall 5:  Ich habe Corona auch als großes Brennglas in unserer Gesellschaft, in großen und kleinen sozialen Geflechten erlebt. Es hat Missstände in Beziehungen nach meiner Meinung deutlicher hervortreten lassen. Auch hier passt wieder die Überschrift – Alchimie der Veränderung. Leben ohne Veränderung gibt es nicht. Alles so bleiben lassen zu wollen wie es ist, ist maximal ein frommer Wunsch. Man muss sein ändern leben. So hat es Rainer Maria Rilke mal gesagt.

Und zu diesem Ändern gehört auch das Ändern in sozialen Beziehungen.

Ins neue Jahr 2021 nehme ich nichts mit, was 2020 auf mich den Eindruck eines Toxikum erweckt hat. Das sind insbesondere alle Menschen, Beziehungen, Sachen und Projekte, die 2020 versucht haben mich klein zu machen oder klein zu halten. Ich nehme Abschied, von allem, was nicht auf Augenhöhe funktioniert. Und bei all diesem Aussortieren, Filtern, Loslassen und neu beginnen habe ich dieses Jahr eines gemerkt:

Ich habe ganz deutlich an persönlicher Tiefe gewonnen. Die alte Indianerweisheit

„Wenn dich ein Pfeil trifft, schau nicht auf den Schützen, schau auf deine Wunde.“
Indianerweisheit 2020

war dabei mein Leitmotiv. Dieses Jahr habe ich das erste Mal wirklich spüren können wie es ist „bei mir zu bleiben“. Ich konnte Trauer, Enttäuschung, vielleicht auch Ärger und Unverständnis über die jeweilige Ursache zwar denken, aber gefühlt und umsorgt habe ich meine Wunde. Ich bin weiter gekommen, es ist nicht mehr mein Ziel alles aufzudröseln und damit kostbare Energie zu verschwenden. Ich bleibe bei mir. Diese neue Fähigkeit hat mir sehr viel Ruhe geschenkt und mein Selbst-Bewusstsein auf eine neue Stufe gehoben. Ich kann sagen: Die Alchimie der Veränderung besteht auch in der Kunst bei sich bleiben zu können.

Mein wichtigste Lektion 2020

Dieses Jahr hat mich auf der Lektionen- Seite reich beschenkt, hier meine Top 2.

Lektion 1 – die Natürliche: Ich bin 41 geworden. Und mit 41 bin ich noch dankbarer für alles was ich habe: Ich bin gesund. Ich habe die Liebe meines Lebens geheiratet. Wir haben 3 gesunde Kinder. Ich liebe meinen Beruf. Ich habe Freunde, die mich nachts um 3 aus Alaska abholen würden. Das so wissen, schreiben und fühlen zu dürfen, ist ein Geschenk. Ab jetzt arbeite ich daran meine Erinnerungen zu vergolden. Das ist ein Zitat von Peter Hoeg aus „Das stille Mädchen“ und ist die perfekte Überleitung:

Denn warum ich das gerade Geschriebene so gut spüren kann, das hängt unweigerlich mit der nächsten Lektion zusammen: Lektion 2 – die Hausgemachte:

Ich habe Peter Hoeg kennengelernt. Den Peter Hoeg, der Fräulein Smillas Gespür für Schnee geschrieben hat. Dieses Buch hat mich als Jugendliche nachhaltig beeinflusst. Viele andere Bücher von Peter auch.
Dass ich Peter erst nach 4 vollen Tagen gemeinsamen Arbeitens als DIESEN Peter erkannt habe, liegt erstens an Peters Bescheidenheit und zweitens daran, dass ich mir selbst ebenfalls nichts aus Status, Ruhm oder „Berühmtheit“ meines Gegenübers mache. Das war eben Peter, der Meditationslehrer, nicht Peter, der Bestsellerautor.

Für mich zählt in der Begegnung mit anderen Menschen die Chemie und die gemeinsame Bereitschaft und Fähigkeit zur Alchimie. Die Kunst gemeinsam etwas entstehen zu lassen.

Meine Kinder und ich blicken auf die Ostsee

Jedenfalls war Peter dieses Jahr mein Meditationslehrer. An 3×4 intensiven Tagen, verteilt über 8 Monate habe ich Peter als Meditationslehrer erleben dürfen. Und ich habe in dieser Zeit wahnsinnig viel über mich und übers Leben gelernt.

Ich weiß nicht, ob sich das in der Form wiederholen lässt. Ich weiß noch nicht mal, on ich Peter irgendwann wiedersehe. Aber ich weiß, dass Peter mich als innerer Mentor ein Leben begleiten wird.

Dafür bin ich unendlich dankbar.

Mein Motto für das neue Jahr 2021

Das Lächeln einer Alchimistin

Ich habe mit einem Motto begonnen und ich werde mit einem Motto enden. Und wie es sich für eine gute Alchimistin gehört, ist das neue Motto reiner, hochwertiger und leistungsstärker als das alte Motto. Hier ist es:

WAS NICHT GLÜCKLICH MACHT, KANN WEG!

Yes! Yes! Yes! Genial ist, dass „Frei sein!“(mein Motto 2020) natürliche Grundsubstanz meines neuen Mottos bleibt. Es ist ein echter alchimistischer Prozess, etwas Altes wurde verbessert, geht nicht verloren, sondern ist quasi unabdingbar für den Herstellungsprozess des Neuen! Ohne Freiheit kann man nicht Loslassen und ohne Loslassen kann man nicht glücklich sein. Ich bin schon lange am Aussortieren. Ich reduziere meinen Kleiderschrank, meinen Fernseh-, Alkohol- und Zuckerkonsum (obwohl das in Maßen sehr glücklich machen kann!), ich verbringe keine Zeit mit Menschen, mit denen keine (Al)Chemie zustande kommt und ich sage Nein!, wenn ich kein deutliches Ja! spüren kann.

Was nicht glücklich macht kann weg! 2021 ich komme! Und hier kommt das letzte Kapitel dieses gigantischen Rückblogs:

Meine Wünsche und Ziele für 2021: Herz, Hirn & Newsletter

Nächstes Jahr um dieses Zeit möchte ich wieder einen Jahresrückblick schreiben. Und natürlich will ich dort in allererster Linie weiterhin davon berichten können, dass meine Familie und ich gesund sind, dass es uns gut geht, dass wir unserer Zeit miteinander immer noch genau so genießen wie in diesem Jahr. Gerne würde ich euch wieder mitnehmen auf das ein oder andere Abenteuer mit unserem Campingbus. Ich würde sehr gerne ein Foto posten von meiner Oma und mir auf ihrem 96. Geburtstag, ein Foto von unserem Hund Hektor und mir auf seinem 14. Geburtstag. Das alles wünsche ich mir sehr.

Hektor am Strand 2020

Dann hoffe ich natürlich auf mehr Normalität im neuen Jahr. Und ich wünsche uns allen ganz viele Umarmungen.

Und dann freue ich mich darauf weiter an meiner eigenen Expertise und Professionalisierung arbeiten zu können. Ich möchte gerne die entwickelten Interviews und Gruppendiskussionen für meine Dissertation in die Praxis bringen und durchführen. Auch dazu brauche ich etwas mehr Normalität als gerade, damit Lehrkräfte und SchülerInnen Ressourcen für mich übrig haben. Außerdem freue ich mich auf die Zusammenarbeit mit Dr. Anna Maria Beck.

Meine Kinder und ich, Silvester 2019

Hab ich noch einen Wunsch frei? Dann wünsche ich mir, dass sich ein Weg findet noch länger an meiner derzeitigen Schule zu bleiben. Es gefällt mir sehr gut dort, ich habe das Gefühl viel lernen zu können und die Arbeitsatmosphäre ist outstanding.

Zusammengefasst: meine Dissertation möchte ich in einem Jahr zu einem großen Teil ‚erledigt‘ haben und ich werde viel daran setzen meinen aktuellen Arbeitsvertrag sowohl von schulischer als auch ministerieller Seite verlängern zu können.

Ein weiteres Ziel ist es neue und alte Projekte im Bereich der Lehrergesundheit zu etablieren.

Und last but not least: in meinem Schreibtraining mit Ilona Wang-Richter kam mir eine brillante Idee. Dazu möchte ich euch Anfang des Jahres mehr berichten.

Es geht darum Lehrkräfte zu bestärken und zu unterstützen. Und das nicht aus dem weißen Elfenbeinturm, sondern direkt aus den Lehrerzimmern des Landes heraus. Ich werde einen Ehrenplatz für besondere Lehrkräfte schaffe und ich werde beweisen, dass es nicht egal ist, was du als LehrerIn tust, auch wenn das System dir manchmal ein anderes Gefühl gibt. Ich werde zeigen, dass Schule ein Teamsport ist und dass Beziehungsqualität in Schule das ist, worauf wir uns mehr konzentrieren sollten.

Und nun löse ich mein letztes Versprechen an mich selbst in diesem Jahr ein: Ich öffne die Tore zu meinem Newsletter. Denn ich werde im nächsten Jahr viele spannende Dinge zu erzählen haben. Du oder Sie möchten das nicht verpassen? Dann geht es hier zur Newsletter-Anmeldung:

 

Schulpost mit AHA - mein Newsletter startet

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Und nun verabschiede ich mich

Ich wünsche der ganzen Welt und insbesondere jeder und jedem die/ der bis hierhin gelesen hat 🙂 von Herzen:

FROHE WEIHNACHTEN UND EIN GESUNDES NEUES JAHR 2021 

Eure Aline


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